Noch bis vor wenigen Jahren stand der Wintergarten ganz oben auf der Wunschliste vieler Bauherren im Neubau, und auch an vielen älteren Eigenheimen wurde die „gläserne Wohnraumerweiterung“ angebaut. Seit die Architektur immer häufiger mit großen Fensterflächen arbeitet, welche die Wohnhäuser nach außen offener machen, geht die Nachfrage zurück. Neben Geschmacksfragen gibt es dafür auch gute Gründe.
Pralle Sonne heizt dem Glashaus ein
Wintergärten sind rundum lichtoffen – selbst die Dachflächen des Anbaus sind aus Glas. Den unverstellten Blick ins Grüne können die Besitzer indes seltener genießen als erwartet. Denn sobald die Sonne durch die großen transparenten Flächen fällt, heizt der Wintergarten sich wie ein Gewächshaus auf – bereits im Frühling können dann unangenehm hochsommerliche Temperaturen herrschen. Außenliegende Sonnenschutzsysteme, in der Regel textile Markisen, sind daher unerlässlich, doch sie sind windanfällig. Bei Wetterlagen mit Sonne und Wind ist der Wintergarten dann nur bedingt nutzbar, denn die Markisen müssen eingefahren werden. Da die meisten Wintergärten nur unzureichend wärmegedämmt sind und kaum mit moderner Dreifach-Isolierverglasung aufwarten, sind sie im Winter nur mit hohem Energieaufwand warmzuhalten oder können bei kalten Außentemperaturen gar nicht genutzt werden.
Clevere Sonnennutzung für angenehme Temperaturen
Große Fenster und Fenstertüren am Haus vermitteln heute ein ähnlich offenes und naturnahes Wohngefühl wie ein Wintergarten. Energetisch, konstruktiv und beim Wohnkomfort sind sie klar überlegen. Mit hoch wärmedämmender Dreifachverglasung und einer Wärmedämmung, die den Rahmen der Fenster überdeckt, können auch Gebäude mit großen Verglasungen die Vorgaben der Energieeinsparverordnung weit übertreffen und Niedrigenergie- oder sogar Passivhausstandard erreichen. Bodentief und mit großen Fenstertüren ausgestattet, schaffen sie ähnlich wie der klassische Wintergarten eine enge Verbindung zwischen Haus und Garten. Konventionell gebaute Häuser, die mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) zusätzlich gedämmt sind, haben durch ihre hohe Speichermasse große Vorteile. Sie können die tief stehende Sonne, die im Winter durch die Fenster an der Süd-, Ost und Westseite des Hauses fallt, zur passiven Heizung maximal nutzen. Im Sommer tragen steuerbare Sonnenschutzsysteme zur Regulierung der Temperatur in den Räumen bei. Im Unterschied zu Wintergartenmarkisen lassen sie sich so in die Fassade integrieren, dass ihre Nutzung weitgehend unabhängig von Wind und Wetter ist.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 51, 2011
Viele Eigenheimbesitzer der Generation 50plus zieht es wieder näher an die Innenstädte, wenn die Kinder aus dem gemeinsamen Zuhause ausgezogen sind. Nahe am Stadtzentrum kann man die Einkäufe zu Fuß erledigen, schnell und einfach kulturelle Angebote wahrnehmen und unkompliziert Freunde und Bekannte treffen. Mit dem Verkauf des eigenen Hauses lässt sich genug erlösen, um eine kleinere innenstadtnahe Wohnung zu erstehen und vielleicht noch etwas auf die hohe Kante zu legen.
Kaufkriterium Barrierefreiheit
Wer mit dem Gedanken an einen innerstädtischen „Alterssitz“ spielt, wird sich auch mit dem Thema Barrierefreiheit befassen. Wie ein Pflegeheim muss die Wohnung dafür nicht ausgestattet sein. Denn vieles, was die aktuell überarbeitete DIN 18040 zum barrierefreien Bauen empfiehlt, lässt sich mit geringem Aufwand nachrüsten, falls später einmal stärkere Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit oder des Seh- und Hörvermögens auftreten. Dazu gehören etwa die gute Ausleuchtung von Fluren, Durchgängen und Treppenbereichen, Stützhilfen im Bad oder kontrastreiche gut sichtbare Eingangsbereiche.
Trockenbauwände passen sich den Lebensumständen an
Ein paar grundlegende Regeln sollte man jedoch beachten. Liegt die Wohnung nicht im Erdgeschoß, sollte ein Fahrstuhl vorhanden sein, der im Idealfall einen Anschluss an die Tiefgarage hat. So bleibt die Mobilität jederzeit erhalten.
Günstig sind Mehrfamilienhäuser, deren Architektur weitgehend auf tragende Innenwände verzichtet und deren Innenausbau vorwiegend im Trockenbau erfolgt. In einem solchen „Open House“-Konzept können Erstkäufer ihre Wohnung weitgehend frei planen und die Raumaufteilung an ihre Bedürfnisse anpassen. Trockenbauwände sind einfach ab- und umzubauen. Daher lassen sich auch nachträgliche Raumänderungen mit überschaubarem Aufwand umsetzen, wenn etwa Bewegungsräume in der Küche vergrößert, Wohn- und Schlafbereich zusammengelegt oder Türen verbreitert werden sollen. Wünschenswert ist eine gute Elektroausstattung, mit der sich z.B. Motorantriebe für Rollladen und Sonnenschutz nachrüsten lassen, falls sie noch nicht vorhanden sind.
Gemeinschaftseigentum: Verträge genau lesen
Zu beachten ist auch, wie Treppenhäuser, Wirtschaftsräume oder Außenanlagen bewirtschaftet und gepflegt werden. Wer im Winter nicht Schnee schippen möchte, sollte Wert darauf legen, dass die Betreuung in den Händen eines Hausmeisters liegt. Wie die Nutzung und Pflege des Gemeinschaftseigentums und die rechtlichen Beziehungen der Eigentümer untereinander geregelt sind, steht in der Teilungserklärung und der Gemeinschaftsordnung. Es lohnt sich, hier das „Kleingedruckte“ genau zu lesen. Eine nachträgliche Änderung der darin einmal getroffenen Festlegungen ist nur schwer möglich, da sie die Zustimmung aller oder des überwiegenden Teils der Eigentümer bedarf.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 49, 2011
Was heute noch ausreicht, ist morgen schon veraltet
Viele Bauherren sind der Ansicht, dass es vollkommen ausreicht, wenn ein neu gebautes Haus genau den Anforderungen aus der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 entspricht. Doch eine Verschärfung der Verordnung ist bereits für 2012 in Planung – was heute gerade noch Stand der Technik ist, könnte schon morgen veraltet sein. Wir empfehlen daher, vorausschauend zu bauen und zu planen. Je besser die Energieeffizienz, desto geringer fallen die Energiekosten aus, und desto höher ist auch der Wiederverkaufswert. Wer heute so baut, dass sein Haus künftige Anforderungen erfüllt, muss für viele Jahre nicht über eine energetische Modernisierung nachdenken.
Mehr Dämmung und weniger Technik für geringere Folgekosten
Je besser ein Haus wärmegedämmt ist, desto kleiner kann die Heizanlage dimensioniert werden – und desto günstiger ist ihr Anschaffungspreis. Das gilt besonders für die hocheffiziente Heizung mit einer Wärmepumpe. Außerdem: Eine hohe Dämmstoffdicke sowie Dreifachverglasungen ziehen, im Unterschied zu aufwändiger Heiz-und Haustechnik, weder zusätzliche Grundgebühren oder Hilfsenergie noch Wartungs- und Servicekosten nach sich. Im Gegenteil: die wärmeren Oberflächen reduzieren vor allem im Fensterbereich das Kondensationsrisiko durch die 3-fach-Verglasungen. Damit sinkt der Pflegeaufwand auf ein absolutes Minimum, und die wärmebrückenfreie Außenhülle des Gebäudes schafft ein besonders angenehmes Raumklima.
Heute bauen, was in zehn Jahren Gesetz wird
Zukunftsorientiert sind Bauwerke, die heute erfüllen, was in zehn Jahren voraussichtlich Gesetzeslage ist. Wir empfehlen deshalb eine Dämmung der Gebäudehülle, die mindestens 30 Prozent besser ist als für das zulässige Referenzgebäude nach EnEV 2009 vorgeschrieben. Damit erreicht das Haus bereits den Dämmstandard eines KfW-Effizienzhauses 55. Noch zukunftssicherer ist es, gleich den Dämmstandard für ein KfW-Effizienzhaus 40 herzustellen. Das entspricht in etwa Passivhausqualität und ist um 45 Prozent besser als die Dämmung für das Referenzgebäude. Der Heizwärmebedarf wird dadurch im Vergleich zum Referenzhaus halbiert – so hat man die perfekte Basis für ein Nullenergiehaus.
Die staatlichen Förderprogramme nutzen
Eine perfekte Gebäudehülle erfüllt bereits einen großen Teil der Voraussetzung für förderfähige KfW-Effizienzhäuser. Schon beim Einbau einer Gasheizung kann auch der zulässige Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes um mehr als 30% unterschritten werden, was für den Bauherren klare Vorteile mit sich bringt: Er kann im Rahmen der staatlichen Förderprogramme für die Finanzierung seines Hauses auf besonders zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau zurückgreifen. 50.000 Euro zu Konditionen ab 1,5 Prozent Effektivzins gibt es pro Wohneinheit für ein KfW-Effizienzhaus 70. Erreicht man durch CO2 sparende Gebäudetechnik sogar der Standard für ein KfW-Effizienzhaus 55 oder 40, dann gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 5 Prozent der Kreditsumme für KfW-55, der beim Standard KfW-40 auf 10 Prozent anwächst.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 47, 2011
Schon für das Jahr 2021 plant die Politik, das Nullenergiehaus zum verpflichtenden Standard im Neubau zu machen. Was allerdings bis heute fehlt, ist eine verbindliche Definition des Begriffs „Nullenergiehaus“. Heute bereits machbar sind Gebäude, die im Jahresmittel keine Energie verbrauchen. Praktisch bedeutet das, dass ein Haus übers Jahr gesehen genau so viel Strom erzeugt wie es zum Heizen, Lüften, zur Warmwasserbereitung und für den Haushaltsstrom verbraucht. Beim heutigen Stand der Technik ist es wirtschaftlich sinnvoll, das öffentliche Stromnetz dabei als „Puffer“ einzusetzen.
Vom Passiv- zum Nullenergiehaus
Die energetisch perfekte Voraussetzung für das Nullenergiehaus ist ein zertifiziertes Passivhaus. Seine hervorragende Dämmung und seine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung senken den Heizwärmebedarf auf ein Minimum, das bei 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr liegt. Das ist bereits bis zu 80 Prozent weniger als die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) im Neubau erlaubt. In der Regel wirtschaftlich interessanter ist die Errichtung von Einfamilienhäusern in einem sehr guten Niedrigenergie-Standard. Den gegenüber einem Passivhaus geringfügig höheren Wärmebedarf kompensiert in diesem Fall eine etwas größer dimensionierte Anlage zur eigenen Stromerzeugung. Die hochwertige Wärmedämmung gleicht den größten Teil der extrem geringen Wärmeverluste über die normale Einstrahlung durch die Fenster aus. Nur an kalten, sonnenlosen Tagen besteht ein geringer Heizbedarf. Zur Deckung dieses minimalen Heizwärmebedarfs und zur Warmwasserbereitung reicht dann eine relativ klein dimensionierte Wärmepumpe, die die notwendige Restwärmemenge im optimalen Fall mit einem Viertel an elektrischer Energie bereitstellt.
Eigene „Stromfabrik“ kompensiert den Verbrauch
Damit aus dem Passiv- oder Niedrigenergiehaus ein Nullenergie-Haus werden kann, fehlt jetzt nur noch die eigene klimaneutrale „Stromfabrik“. Da die wenigsten Bauherren Platz für ein eigenes Windrad haben dürften, ist eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach in der Regel der einfachste Weg, selbst Elektrizität zu erzeugen. Die PV-Anlage muss so ausgelegt sein, dass sie übers Jahr gerechnet den Bedarf an Haushaltsstrom, für den Betrieb der Wärmepumpe und beim Passivhaus für die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mindestens kompensieren kann. Für ein Einfamilienhaus mit 200 Quadratmeter beheizter Fläche genügen zwischen 35 und 40 Quadratmeter Solarzellen auf dem Dach.
Strom einspeisen oder selbst nutzen
Der selbst erzeugte Strom wird zum größten Teil in das öffentliche Leitungsnetz eingespeist, aus dem man wiederum Strom fürs Haus bezieht – ein lohnendes Geschäft, solange die Einspeisevergütung für „Sonnenstrom“ hoch subventioniert wird. In Zukunft wird die Eigennutzung des Stroms vom Hausdach immer interessanter. Bereits heute gibt es nicht nur für die Einspeisung, sondern auch für die Eigennutzung einen gesetzlich festgelegten Vergütungssatz. Und spätestens wenn vor dem Haus ein Elektromobil parkt und seine Energie aus der hauseigenen „Strom-Tankstelle“ zapft, dürfte sich die Selbstnutzung weiter durchsetzen.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 41, 2011
Viele Passivhäuser werden komplett ohne Heizverteilung geplant. In diesen Fällen wird der geringe Restwärmebedarf des Bauwerks über eine Aufheizung der Frischluft gedeckt, die über die in jedem Passivhaus vorgesehene Lüftungsanlage in die Räume eingebracht wird. Das klingt verlockend einfach, da eine gesonderte Heizverteilung entfallen kann. Dennoch hat diese Art der Wärmeversorgung einen entscheidenden Nachteil: Bei tiefen Außentemperaturen ist die Luft im Freien extrem trocken, da kalte Luft nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Eine Frischluftheizung kann dann die relative Luftfeuchtigkeit in den Räumen auf unter 25 Prozent senken. Das ist sowohl für die Bewohner als auch für Naturmaterialien wie Holz sehr belastend, denn die optimale Raumluftfeuchtigkeit bewegt sich auch im tiefsten Winter zwischen 40 und 50 Prozent. Mit einer klaren Trennung von Heizung und Lüftung lässt sich dieser „Trocknungseffekt“ verhindern und ein wohngesundes Raumklima sicherstellen. Gelüftet wird in diesem Fall mit hocheffizienter Wärme- und Feuchterückgewinnung aus der Abluft, die notwendige Restwärme wird in Form einer Fußbodenheizung, über Heizkörper oder Deckenheizungen raumweise eingebracht. Im Unterschied zur „Frischluftheizung“ ist es so auch möglich, in verschiedenen Räumen unterschiedliche Temperaturen einzustellen – also zum Beispiel das Schlafzimmer etwas kühler zu halten.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 27, 2011
Ein Passivhaus ist ein hoch wärmegedämmtes und weitgehend luftdichtes Gebäude, das nur einen sehr geringen Restwärmebedarf für die Heizung hat. Der Wärmebedarf darf maximal bei 15 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr liegen, damit das Gebäude eine Zertifizierung des Passivhausinstituts und damit die „offiziellen Weihen“ als anerkanntes Passivhaus bekommt. Der Wert entspricht einem Brennstoffbedarf von 1,5 Liter Heizöl, pro Quadratmeter und Jahr. Zum Vergleich: ein rund 40 Jahre alter unsanierter Bestandsbau kann bei 200 kWh, ein Neubau nach der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) immer noch bei 50 bis 100 kWh je Quadratmeter und Jahr liegen.
Neben dem extrem niedrigen Energieverbrauch profitieren Passivhaus-Besitzer auch von einer hohen Wohnqualität. Die Innenseiten der Wandoberflächen und Fensterflächen sind durch die perfekte und lückenlose Dämmung rundum warm und es gibt keine unangenehmen „Kältezonen“ mehr im Haus. Für eine gute Belüftung der Räume ist im Passivhaus eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung obligatorisch.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 25, 2011
Ist das Haus rundum warm eingepackt, hat Schimmel kaum Chancen
Schimmel im Haus ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen. Denn Schimmel gilt als Allergieauslöser und kann die Entwicklung von Atemwegser- krankungen begünstigen. Wenn der lästige Pils sich im Haus mit schwarzen Stellen oder einem leicht muffigen Geruch bemerkbar macht, sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Schimmel liebt kalte, feuchte Bauteile
Schimmelsporen befinden sich so gut wie überall in der Luft. Sich festsetzen und ein Pilzgeflecht bilden können sie aber nur dort, wo sie fast kontinuierlich ein ausreichend feuchtes Klima vorfinden. Will man Schimmel bekämpfen oder erst gar nicht entstehen lassen, muss man also den Ursachen für Feuchtigkeit im Haus auf den Grund gehen und sie abstellen – oder am besten gar nicht erst entstehen lassen. Sofern kein Bauschaden zum Beispiel durch eine leckende Wasserleitung, eine schadhafte Kellerabdichtung oder ein undichtes Fallrohr vorliegt, sind Feuchteschäden meist auf kalte Bauteile im Innern des Hauses zurückzuführen. Denn die Feuchtigkeit schlägt sich immer dort nieder, wo es kalt ist. Trifft warme Luft, die viel Wasser aufnehmen kann, auf ein kaltes Bauteil, kondensiert das Wasser und schlägt sich als Tauwasser nieder. Besonders häufig sind Feuchte- und Schimmelschäden daher an unzureichend gedämmten Außenwänden oder an Wärmebrücken etwa an den Mauerwerksanschlüssen rund um Fenster zu finden.
Lückenlose Wärmedämmung gräbt Schimmel das Wasser ab
Ein guter Schutz gegen Schimmel und Feuchtigkeit ist ein Wärmedämm-verbundsystem, mit dem das Mauerwerk eines Hauses rundum lückenlos eingepackt ist. Um Wärmebrücken an den Fenstern zu vermeiden, sollte das Verbundsystem inklusive der Putzoberfläche am besten bis über die Fensterrahmen geführt werden. Typische Schwachstellen sind Rollladen- oder Jalousienkästen, die daher ebenfalls hoch wärmegedämmt ausgeführt werden müssen. Dreifach verglaste Wärmeschutzfenster mit thermisch getrenntem Randverbund sind den preiswerteren Zweifachverglasungen vorzuziehen. Sie halbieren die Wärmeverluste, und auf das typische Kondenswasser, das sich an kalten Tagen häufig am unteren Falz eines Fensters mit Zweifachverglasung bildet und ein deutliches Zeichen für kalte Oberflächen ist, kommt bei der Dreifach-Isolierverglasung nur noch bei besonders hoher Luftfeuchtigkeit vor.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 24, 2011
Automatische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind heute die wohl komfortabelste Lösung, in einem modern gedämmten Haus allzeit für gesunde und wohl temperierte Raumluft zu sorgen. Im Passivhaus ist diese Art des Luftwechsels sogar vorgeschrieben. Wenn die Hersteller der Anlagen mit den Energieeinsparungen durch die Wärmerückgewinnung werben, sollte man allerdings etwas genauer hinsehen. Denn den Einsparungen bei der Heizenergie durch die Reduzierung von Lüftungs-Wärmeverlusten steht ein vergleichsweise hoher Verbrauch an elektrischem Strom für den Betrieb der Ventilatoren gegenüber. Dazu kommen noch die regelmäßigen Luftfilterwechsel, die ein- bis zweimal im Jahr anfallen. Unterm Strich gleichen sich Einsparungen und Mehrausgaben damit bestenfalls aus. Wer auf diese Technik setzt, muss sich daher darüber im Klaren sein, dass er nicht in sinkenden Energieverbrauch, sondern vielmehr in bessere Lebensqualität investiert.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 23, 2011
Warum die Trennung von Lüftung und Heizung der beste Weg zu gesundem Wohnen ist
Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das die derzeitigen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich übertrifft. Eine hocheffiziente Dämmung und eine hohe Luftdichtheit der Gebäudehülle sowie die Nutzung der Sonnenenergie und innerer Wärmegewinne führen dazu, dass ein Passivhaus nur mehr einen sehr geringen Wärmebedarf hat. Jeder Raum in einem Passivhaus hat rundum angenehm warme Oberflächen, was dazu führt, dass seine Bewohner sich auch in der kalten Jahreszeit besonders wohl fühlen.
Einen minimalen Restheizbedarf hat auch das Passivhaus. Für eine erfolgreiche Zertifizierung darf dieser Wärmebedarf bei maximal 15 Kilowattstunden (kWh), das entspricht rund 1,5 Liter Heizöl, je Quadratmeter und Jahr liegen. Zum Vergleich: ein 40 Jahre alter unsanierter Altbau hat in der Regel einen vielfach höheren Wärmebedarf von um die 200 kWh pro Quadratmeter und Jahr, ein Neubau nach EnEV immer noch zwischen 50 und 100 kWh.
Luftfeuchtigkeit im wohngesunden Bereich halten
In vielen Passivhauskonzepten ist es üblich, den geringen Bedarf an Restwärme ohne Zusatzheizung über die Aufheizung der Frischluft abzudecken, die in jedem Passivhaus über eine Lüftungsanlage eingebracht wird. Eine gesonderte Heizverteilung kann hier entfallen. Das klingt verlockend einfach, doch diese Art der Wärmeversorgung hat einen entscheidenden Nachteil: Eine „Frischluftheizung“ kann bei tiefen Außentemperaturen im Winter zu extremer Trockenheit in den Innenräumen führen. Die relative Luftfeuchtigkeit kann unter 25 Prozent fallen, was sowohl für den Menschen als auch für Naturmaterialien wie Holz sehr belastend ist. Denn die optimale Luftfeuchtigkeit liegt selbst im tiefsten Winter zwischen 40 und 60 Prozent.
Eine Möglichkeit, den „Trocknungseffekt“ zu verhindern und ein wohngesundes Raumklima herzustellen, ist die klare Trennung von Heizung und Lüftung. Gelüftet wird dann mit hocheffizienter Wärme- und Feuchterückgewinnung aus der Abluft, um die Wärme- und Feuchteverluste so gering wie möglich zu halten. Die notwendige Restwärme bringen Heizkörper, Fußboden- oder Deckenheizungen raumweise ein. Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich durch diese Art der Lüftung und Wärmeversorgung im normalen Bereich. Damit ist es im Unterschied zur „Frischluftheizung“ auch möglich, in verschiedenen Räumen unterschiedliche Temperaturen einzustellen und den Wärmekomfort an großen Fensterflächen zu erhöhen.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Südwest Presse, KW 22, 2011
Eine hochgedämmte Gebäudehülle ist der beste Garant für komfortables und energiesparendes Wohnen
Bei vielen Bauherren und Hausbesitzern hält sich hartnäckig das Vorurteil, die Wände eines Hauses müssten „atmen“, damit die Bewohner in den Räumen ein gesundes Wohnklima vorfinden könnten. Der Mythos des „atmenden Hauses“ hat seinen Ursprung wohl in Schriften des Chemikers und Hygienikers Max von Pettenkofer – aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Heute weiß man, dass eine normale verputzte Hauswand keinerlei Luftaustausch zulässt, also keineswegs atmet. Wenn der Luftwechsel zum Beispiel in einem unmodernisierten Altbau „von selbst“ stattfindet, dann durch Fenster- und Türritzen oder sonstige Leckagen in der Bauhülle. Im Haus ist es dann meist zugig – mit unangenehmen Auswirkungen auf die Wohnqualität und die Heizkostenrechnung. Eine dichte und gut gedämmte Gebäudehülle ist also der beste Garant für energiesparendes und komfortables Wohnen und Leben. Den nötigen Luftaustausch kann man je nach Gebäude, persönlichem Komfortanspruch und Nutzungsgewohnheiten, von Hand über die Fensterlüftung oder über eine technische Lüftungsanlage vornehmen, die das Haus kontrolliert und energieeffizient „atmen“ lässt.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 21, 2011
Warum eine hochgedämmte Gebäudehülle der beste Garant für gesundes und energiesparendes Wohnen ist
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Eine hocheffiziente, lückenlose Wärmedämmung mit luftdichter Gebäudehülle ist der zuverlässigste und sicherste Weg, den Energieverbrauch eines Bauwerks niedrig zu halten. Denn ganz egal ob erneuerbare Energien oder fossile Brennstoffe eingesetzt werden, die beste Heizenergie ist immer diejenige, die gar nicht erst erzeugt werden muss. Hartnäckig hält sich aber das Vorurteil, die Wände eines Hauses müssten „atmen“, damit im Innern ein gutes und gesundes Raumklima herrsche und die Bewohner sich wohlfühlen könnten. Der Mythos von der „atmenden Wand“ geht zurück auf den Chemiker und Hygieniker Max von Pettenkofer und dessen populäre Vorträge "über das Verhalten der Luft zum Wohnhaus des Menschen" – die Vorträge datieren allerdings aus dem Jahre 1877. Seitdem haben sich Bautechnik, Messtechniken und das Wissen über bauphysikalische Vorgänge und Zusammenhänge doch wesentlich weiterentwickelt.
Verputzte Wände lassen keinen Luftaustausch zu
Ein zeitgemäß gebautes Haus ist heute weitgehend luftdicht, so dass für ein gesundes Raumklima regelmäßiges und kontrolliertes Lüften unerlässlich ist. Denn normale, verputzte Wände lassen überhaupt keinen Luftaustausch zu. Wenn ein Haus ohne Zutun seiner Bewohner oder technischer Einrichtungen einen ausreichenden Luftwechsel erreicht, dann handelt es sich in der Regel um einen Altbau, der den heutigen Anforderungen an die Energieeffizienz längst nicht mehr gerecht wird. Denn in einem solchen Haus erfolgt der Austausch nicht über die Wände, sondern durch Leckagen der Bauhülle – also etwa Undichtigkeiten, Ritzen und Spalten an den Fenstern oder Türen. Der Preis dieser „natürlichen Lüftung“: unzeitgemäß hohe Energiekosten und geringer Wohnkomfort durch Zugluft und wechselnde warme und kalte Zonen in den Räumen – ungefähr so wie in dem alten Volkslied „in Mutters Stübele, da geht der Wind“.
Kontrolliertes Lüften schafft gutes Raumklima
Ob in einem modernen Gebäude das Lüften von Hand über die Fenster ausreicht, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Haus mit einer großen Familie und Haustieren, in dem häufig geduscht und gekocht wird, hat ganz andere Anforderungen als ein Gebäude, in dem ein berufstätiges und tagsüber selten anwesendes Paar wohnt.
Am sichersten und vom Nutzer unabhängig ist eine technische Lüftung. Ob ein einfacher Ventilator im Bad, eine feuchtegesteuerte Abluftanlage oder eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung im Einzelfall bevorzugt wird, hängt von der Lärmbelastung am Standort, von der Belegungsdichte, vom Komfortbedarf und vom Budget der Hausbesitzer ab.
Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova.
Südwest Presse, KW 20, 2011
Ein geringer Energiebedarf wirkt sich spürbar auf die Betriebskosten eines Wohnhauses aus – eine höhere Anfangsinvestition rechnet sich im Laufe der Jahre auf alle Fälle. Wer den gesetzlich geforderten Energiestandard aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich übertrifft, kann sich aber auch sofort Geld vom Staat sichern. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt es besonders zinsgünstige Kredite und für vorbildlich energiesparende Gebäude sogar direkte Zuschüsse. Fördervoraussetzung ist der Nachweis, dass ein neu gebautes Gebäude mindestens die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 70 erfüllt. Bei einer Altbaumodernisierung gibt es KfW-Kredite sogar für Häuser, die nach Abschluss der Arbeiten den Vorschriften für einen Neubau entsprechen. (KfW – Effizienzhaus 100)
Förderung im Neubau:
- KfW-Effizienzhaus 70, 55 und 40: zinsgünstiger KfW-Kredit von 50.000 Euro je Wohneinheit.
- KfW-Effizienzhaus 55: zusätzlich ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von 2.500 Euro je Wohneinheit.
- KfW-Effizienzhaus 40: zusätzlich ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von 5.000 Euro je Wohneinheit.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 19, 2011
3-Liter-Haus, Nullenergiehaus, Passivhaus oder KfW-Effizienzhaus: Bauherren in spe sind mit unterschiedlichen Begriffen rund um die Energieeffizienz ihres Neubaus konfrontiert, die oft mehr Verwirrung als Orientierung schaffen. Rechtlich nach Energieeinsparverordnung (EnEV) bindend ist zurzeit nur der Begriff „KfW-Effizienzhaus“. Er ist immer gefolgt von einer Ziffer, die den Primärenergiestandard nach EnEV in Prozent definiert. Ein KfW-Effizienzhaus 100 entspricht also gerade noch dem gesetzlich vorgeschriebenen Neubau-Standard, ein KfW-Effizienzhaus 40 liegt nur bei 40 Prozent des maximal zulässigen Primärenergiebedarfs. Die Ermittlung des Primärenergiebedarfs ist etwas für Fachleute. Sie errechnet sich aus dem jährlichen Energiebedarf des Hauses und aus der Klimaverträglichkeit (CO2-Emission) der gewählten Energiequellen. .
Zusätzlich zum Primärenergiebedarf dürfen die Energieverluste durch die Gebäudehülle vorgeschriebene Grenzwerte nicht übersteigen.
- KfW Effizienzhaus 100: entspricht hinsichtlich des Primärenergiebedarfs und der Wärmedämmung genau den Anforderungen der aktuellen EnEV.
- KfW-Effizienzhaus 70: Primärenergiebedarf 30 Prozent besser als in der EnEV gefordert - Wärmedämmung 15 % besser
- KfW-Effizienzhaus 55: Primärenergiebedarf 45 Prozent besser als in der EnEV gefordert – Wärmedämmung 30 % besser
- KfW-Effizienzhaus 40: Primärenergiebedarf 60 Prozent besser als in der EnEV gefordert Wärmedämmung 45 % besser
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 17, 2011
Die wichtigsten Begriffe – und was sich dahinter verbirgt
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
3-Liter-Haus, Passivhaus, Nullenergiehaus, KfW60 und KfW 40-Haus, KfW-Effizienzhaus 85,70,55 und 40: wer sich mit Bauen und Energiesparen beschäftigt, wird mit einer Vielzahl von Begriffen zur Hausqualität konfrontiert. Oft stiften sie mehr Verwirrung statt Orientierung zu geben. Einige Begrifflichkeiten gehören eher in den Bereich des Marketing, doch hinter manchen verbirgt sich eine konkrete Aussage zum Energiestandard eines Bauwerks. In diesem Beitrag wollen wir die Spreu vom Weizen trennen.
Maß der Dinge in der aktuellen EnEV: Das „KfW-Effizienzhaus“
Begriffe wie 3-Liter-Haus oder Null-Energie-Haus sind derzeit nicht verbindlich definiert und haben daher keine echte Aussagekraft. „KFW 60-Haus“ und „KfW 40-Haus“ stammen noch aus der ersten Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und sind aktuell nicht mehr gültig. Bereits zum April 2009 wurden sie durch den Begriff „KfW-Effizienzhaus“ abgelöst, der heute die verbindliche Definition des Energiestandards vorgibt. Entscheidend sind die Ziffern hinter dem Begriff. Ein KfW-Effizienzhaus 100 entspricht genau den energetischen Anforderungen, die in der aktuellen Fassung der EnEV durch das Referenzhaus definiert sind und ist nur bei energetischen Sanierungen von Bedeutung. Ein KfW-Effizienzhaus 70 liegt bei maximal 70 Prozent des maximal zulässigen Primärenergiebedarfs, ein KfW-Effizienzhaus 55 bei 55 Prozent und ein KfW-Effizienzhaus 40 bei 40 Prozent. Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Wohngebäude.
Klimaschonendes Bauen und Wohnen wird belohnt
Berücksichtigt wird bei der Definition des KfW-Effizienzhauses in erster Linie der „Primärenergiebedarf“ des Gebäudes. Die EnEV dient vor allem dem Schutz des Klimas. Daher rechnet sie dem verwendeten Energieträger für Heizung und Warmwasser einen Klimafaktor, den so genannten „Primärenergiefaktor“ zu. Er fällt umso höher aus, je mehr Kohlendioxid-Emissionen der gewählte Energieträger unterm Strich verursacht. Erneuerbare Energien schneiden besonders günstig ab – Holz etwa hat einen Primärenergiefaktor von 0,2. Die fossilen Brennstoffe Öl, Gas und Kohle sind mit einem Faktor von 1,1 belastet, der zum CO2-Ausstoß bei der Verbrennung noch die Verluste für Gewinnung, Verarbeitung und Transport hinzurechnet. Besonders ungünstig schneidet Strom ab, der mit dem Faktor 2,6 belastet wird. Darin spiegeln sich seine hohen Erzeugungs-, Verteilungs- und Leitungsverluste wider.
Zusätzlich zum Primärenergiebedarf spielt der Transmissionswärmeverlust, (der Wärmeverlust durch Wände, Dach, Fenster und Türen) bei der Festlegung des Energiestandards eine Rolle. Hier sind je nach Effizienzhaus-Klasse bestimmte Werte im Vergleich zu einem in der EnEV vorgegebenen Referenzgebäude einzuhalten.
Interessant sind die KfW-Effizienzhaus-Klassifizierungen vor allem dann, wenn man Förderungen von ihrem Namensgeber, der KfW, erhalten möchte. Zinsgünstige Kredite von 50.000 Euro gibt es für ein KfW-Effiziezhaus 70, 55 und 40. Fürs KfW-Effizienzhaus 55 gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 2.500 Euro je Wohneinheit, beim KfW-Effizienzhaus 40 sogar 5.000. Ein zertifiziertes Passivhaus wird wie ein KfW-Effizienzhaus 55 gefördert.
Eine Verschärfung der EnEV ist bereits für 2012 geplant. Um 30 Prozent sollen die Anforderungen steigen. Und schon ab 2020 sollen Nullenergiehäuser oder CO2-neutrale Häuser zum gesetzlich geforderten Standard im Neubau werden.
Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Südwest Presse, KW 16, 2011
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
3-Liter-Haus, Passivhaus, Nullenergiehaus, KfW60 und KfW 40-Haus, KfW-Effizienzhaus 85,70,55 und 40: wer sich mit Bauen und Energiesparen beschäftigt, wird mit einer Vielzahl von Begriffen zur Hausqualität konfrontiert. Oft stiften sie mehr Verwirrung statt Orientierung zu geben. Einige Begrifflichkeiten gehören eher in den Bereich des Marketing, doch hinter manchen verbirgt sich eine konkrete Aussage zum Energiestandard eines Bauwerks. In diesem Beitrag wollen wir die Spreu vom Weizen trennen.
Maß der Dinge in der aktuellen EnEV: Das „KfW-Effizienzhaus“
Begriffe wie 3-Liter-Haus oder Null-Energie-Haus sind derzeit nicht verbindlich definiert und haben daher keine echte Aussagekraft. „KFW 60-Haus“ und „KfW 40-Haus“ stammen noch aus der ersten Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und sind aktuell nicht mehr gültig. Bereits zum April 2009 wurden sie durch den Begriff „KfW-Effizienzhaus“ abgelöst, der heute die verbindliche Definition des Energiestandards vorgibt. Entscheidend sind die Ziffern hinter dem Begriff. Ein KfW-Effizienzhaus 100 entspricht genau den energetischen Anforderungen, die in der aktuellen Fassung der EnEV durch das Referenzhaus definiert sind und ist nur bei energetischen Sanierungen von Bedeutung. Ein KfW-Effizienzhaus 70 liegt bei maximal 70 Prozent des maximal zulässigen Primärenergiebedarfs, ein KfW-Effizienzhaus 55 bei 55 Prozent und ein KfW-Effizienzhaus 40 bei 40 Prozent. Je niedriger die Zahl, desto energieeffizienter ist das Wohngebäude.
Klimaschonendes Bauen und Wohnen wird belohnt
Berücksichtigt wird bei der Definition des KfW-Effizienzhauses in erster Linie der „Primärenergiebedarf“ des Gebäudes. Die EnEV dient vor allem dem Schutz des Klimas. Daher rechnet sie dem verwendeten Energieträger für Heizung und Warmwasser einen Klimafaktor, den so genannten „Primärenergiefaktor“ zu. Er fällt umso höher aus, je mehr Kohlendioxid-Emissionen der gewählte Energieträger unterm Strich verursacht. Erneuerbare Energien schneiden besonders günstig ab – Holz etwa hat einen Primärenergiefaktor von 0,2. Die fossilen Brennstoffe Öl, Gas und Kohle sind mit einem Faktor von 1,1 belastet, der zum CO2-Ausstoß bei der Verbrennung noch die Verluste für Gewinnung, Verarbeitung und Transport hinzurechnet. Besonders ungünstig schneidet Strom ab, der mit dem Faktor 2,6 belastet wird. Darin spiegeln sich seine hohen Erzeugungs-, Verteilungs- und Leitungsverluste wider.
Zusätzlich zum Primärenergiebedarf spielt der Transmissionswärmeverlust, (der Wärmeverlust durch Wände, Dach, Fenster und Türen) bei der Festlegung des Energiestandards eine Rolle. Hier sind je nach Effizienzhaus-Klasse bestimmte Werte im Vergleich zu einem in der EnEV vorgegebenen Referenzgebäude einzuhalten.
Interessant sind die KfW-Effizienzhaus-Klassifizierungen vor allem dann, wenn man Förderungen von ihrem Namensgeber, der KfW, erhalten möchte. Zinsgünstige Kredite von 50.000 Euro gibt es für ein KfW-Effiziezhaus 70, 55 und 40. Fürs KfW-Effizienzhaus 55 gibt es zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 2.500 Euro je Wohneinheit, beim KfW-Effizienzhaus 40 sogar 5.000. Ein zertifiziertes Passivhaus wird wie ein KfW-Effizienzhaus 55 gefördert.
Eine Verschärfung der EnEV ist bereits für 2012 geplant. Um 30 Prozent sollen die Anforderungen steigen. Und schon ab 2020 sollen Nullenergiehäuser oder CO2-neutrale Häuser zum gesetzlich geforderten Standard im Neubau werden.
Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Südwest Presse, KW 16, 2011
Der wichtigste Teil des seit 2009 für Gebäude gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweises ist für den Verbraucher die farbige Skala von grün nach rot. Im gelben, orangen oder gar roten Bereich der Energieausweis-Skala bewegen sich nur Altbauten mit geringer energetischer Qualität und entsprechend hohem Energiebedarf. Neubauten liegen immer im „grünen Bereich“, sonst sind sie nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) gar nicht zugelassen. Hier muss man etwas genauer hinsehen: Der End- und Primärenergiebedarf eines Hauses, das gerade noch den aktuellen EnEV-Kriterien gerecht wird, liegt zwischen 60 und 80 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a). Ein mit rundum hochwertigem Wärmeschutz ausgestattetes Haus, das vermutlich auch in 10 Jahren noch die energetischen Vorschriften erfüllt, liegt deutlich unter den derzeitigen EnEV-Grenzen und hat einen End- und Primärenergiebedarf zwischen 20 und 40 kWh/m2a.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 15, 2011
Die meisten Bauherren wünschen sich heute helle und lichtdurchflutete Räume mit großen Fensterflächen. Je größer die „Augen des Hauses“ ausfallen, desto wichtiger ist es, zukunftsfähige Fenstertechnik einzubauen, die Wärmeverluste minimiert. Isolierfenster mit Dreifachverglasung können die Wärmeverluste über die Fensterflächen im Vergleich mit einer heute noch zulässigen Zweifachverglasung nahezu halbieren. Sie vermindern zudem die Kälteabstrahlung der Glasflächen an kalten Tagen und wirken sich damit sehr positiv auf das Wohnklima im Raum aus. Auch die Bildung von Kondenswasser, keine Seltenheit bei der Zweifach-Isolierverglasung, wird durch den Aufbau einer Dreifachverglasung mit thermisch getrenntem Randverbund zuverlässig verhindert. Die kurzfristig günstigere Zweifachverglasung kann durch den höheren Energieverbrauch auf Dauer teuer werden – und muss zudem mit einem Verlust an Wohnqualität bezahlt werden.
Darauf sollten Sie achten:
- Dreifach-Isolierverglasung,
- Rahmen mit thermisch getrenntem Randverbund,
- von außen überdämmte Fensterrahmen zur Vermeidung von Wärmebrücken.
Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Schwäbische Zeitung, KW 15, 2011
Energieausweis: Was er kann und wie man ihn liest
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Bereits seit 2009 besteht für alle Wohngebäude in Deutschland „Ausweispflicht“ – seit 1.1.2009 ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Doch auch mehr als zwei Jahre nach der Einführung sind viele Verbraucher verunsichert, was der Ausweis kann und wie man ihn richtig interpretiert.
Bedarfsausweis: im Neubau Pflicht
Energieausweise, die es für 9,99 Euro im Internet gibt, sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Aussagekräftig sind Ausweise, die von einem Aussteller erarbeitet wurden, der von der Deutschen Energie-Agentur (dena) zertifiziert ist. Grundsätzlich zu unterscheiden ist der „Bedarfsausweis“ und der „Verbrauchsausweis“. Ersterer erfasst den Energiebedarf des Gebäudes, der sich rechnerisch aus dem Wärmeverlust der Gebäudehülle, also aller Außenbauteile wie Wände, Dach, Fenster etc., sowie der eingesetzten Heiztechnik, Warmwasserbereitung, Kühlung oder Lüftung ergibt. Der „Verbrauchsausweis“ ist nur im Altbau zulässig und liefert nur wenig aussagekräftige und vergleichbare Daten, obwohl er sich an tatsächlich gemessenen Verbräuchen orientiert.
Gemessene, tatsächliche Verbräuche hängen nicht nur vom Gebäudezustand, und von den klimatischen Bedingungen des Messzeitraumes, sondern auch stark von der Nutzung und vom Verhalten der Bewohner ab. Wer zum Beispiel fast nie zu Hause ist, wenig Warmwasser verbraucht oder als Heizungsergänzung einen Holzofen beziehungsweise einen elektrischen Heizlüfter nutzt, kann auch in einem energetisch unzulänglichen Gebäude auf einen geringen Verbrauch kommen.
Der Endenergiebedarf – Maß für die Energiekosten
Das Kernstück des Ausweises ist die farbige Skala von grün über gelb nach rot. Der Pfeil oberhalb der Skala zeigt den „Endenergiebedarf“ in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a). Er beschreibt, wie viel Energie das Bauwerk pro m² bei normgerechter Nutzung in einem durchschnittlichen Jahr an einem durchschnittlichen deutschen Standort zum Heizen, Lüften und zur Warmwasserbereitung verbraucht. Der Endenergiebedarf steht für den Energieverbrauch und die zur erwarteten Energiekosten der Immobilie!
Der Primärenergiebedarf – Maß für die CO2 - Emission
Der Pfeil unterhalb der Skala zeigt den „Primärenergiebedarf“ pro m² und Jahr. Der Primärenergiebedarf steht für den CO2 - Ausstoß eines Hauses. Man errechnet ihn, indem man den Endenergiebedarf eines Hauses mit dem Primärenergiefaktor des verwendeten Energieträgers multipliziert. Basis dieser Betrachtungsweise sind die fossilen Brennstoffe Heizöl, Erdgas oder Kohle mit einem Primärenergiefaktor von 1,1 (Inklusive10% Zuschlag wegen der unvermeidlichen Energieverluste bei der Gewinnung, der Verarbeitung und dem Transport). Wegen seiner hohen Erzeugungs- und Verteilungsverluste wird Strom mit 2,6 bewertet, der nachwachsende, CO2- neutrale Energieträger Holz dagegen mit 0,2. Der Primärenergiebedarf einer Immobilie steht für seine zu erwartende jährliche CO2-Emmission.
Neubauten müssen im grünen Bereich liegen
Im gelben, orangen oder roten Bereich der Energieausweis-Skala bewegen sich nur Altbauten mit geringer energetischer Qualität. Entsprechend hohen Energieverbrauch muss ein Erwerber daher einrechnen oder gleich eine aufwändige Sanierung einplanen. Neubauten bewegen sich immer im „grünen Bereich“, da sie sonst nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) gar nicht zugelassen werden. Hier muss man also etwas genauer hinsehen:
Der End- und Primärenergiebedarf eines Hauses, das gerade noch den aktuellen EnEV-Kriterien gerecht wird, liegt zwischen 60 und 80 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a). Damit sollte sich ein Bauherr heute allerdings nicht mehr zufrieden geben. Ein mit rundum hochwertigem Wärmeschutz ausgestattetes Haus, das vermutlich die energetischen Vorschriften in 10 Jahren auch noch erfüllt, liegt deutlich unter den derzeitigen EnEV-Grenzen und hat einen End- und Primärenergiebedarf zwischen 20 und 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Diese Häuser können in Kombination mit einer Photovoltaikanlage schon heute mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen.
Südwest-Presse, KW 14, 2011
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Bereits seit 2009 besteht für alle Wohngebäude in Deutschland „Ausweispflicht“ – seit 1.1.2009 ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Doch auch mehr als zwei Jahre nach der Einführung sind viele Verbraucher verunsichert, was der Ausweis kann und wie man ihn richtig interpretiert.
Bedarfsausweis: im Neubau Pflicht
Energieausweise, die es für 9,99 Euro im Internet gibt, sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Aussagekräftig sind Ausweise, die von einem Aussteller erarbeitet wurden, der von der Deutschen Energie-Agentur (dena) zertifiziert ist. Grundsätzlich zu unterscheiden ist der „Bedarfsausweis“ und der „Verbrauchsausweis“. Ersterer erfasst den Energiebedarf des Gebäudes, der sich rechnerisch aus dem Wärmeverlust der Gebäudehülle, also aller Außenbauteile wie Wände, Dach, Fenster etc., sowie der eingesetzten Heiztechnik, Warmwasserbereitung, Kühlung oder Lüftung ergibt. Der „Verbrauchsausweis“ ist nur im Altbau zulässig und liefert nur wenig aussagekräftige und vergleichbare Daten, obwohl er sich an tatsächlich gemessenen Verbräuchen orientiert.
Gemessene, tatsächliche Verbräuche hängen nicht nur vom Gebäudezustand, und von den klimatischen Bedingungen des Messzeitraumes, sondern auch stark von der Nutzung und vom Verhalten der Bewohner ab. Wer zum Beispiel fast nie zu Hause ist, wenig Warmwasser verbraucht oder als Heizungsergänzung einen Holzofen beziehungsweise einen elektrischen Heizlüfter nutzt, kann auch in einem energetisch unzulänglichen Gebäude auf einen geringen Verbrauch kommen.
Der Endenergiebedarf – Maß für die Energiekosten
Das Kernstück des Ausweises ist die farbige Skala von grün über gelb nach rot. Der Pfeil oberhalb der Skala zeigt den „Endenergiebedarf“ in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a). Er beschreibt, wie viel Energie das Bauwerk pro m² bei normgerechter Nutzung in einem durchschnittlichen Jahr an einem durchschnittlichen deutschen Standort zum Heizen, Lüften und zur Warmwasserbereitung verbraucht. Der Endenergiebedarf steht für den Energieverbrauch und die zur erwarteten Energiekosten der Immobilie!
Der Primärenergiebedarf – Maß für die CO2 - Emission
Der Pfeil unterhalb der Skala zeigt den „Primärenergiebedarf“ pro m² und Jahr. Der Primärenergiebedarf steht für den CO2 - Ausstoß eines Hauses. Man errechnet ihn, indem man den Endenergiebedarf eines Hauses mit dem Primärenergiefaktor des verwendeten Energieträgers multipliziert. Basis dieser Betrachtungsweise sind die fossilen Brennstoffe Heizöl, Erdgas oder Kohle mit einem Primärenergiefaktor von 1,1 (Inklusive10% Zuschlag wegen der unvermeidlichen Energieverluste bei der Gewinnung, der Verarbeitung und dem Transport). Wegen seiner hohen Erzeugungs- und Verteilungsverluste wird Strom mit 2,6 bewertet, der nachwachsende, CO2- neutrale Energieträger Holz dagegen mit 0,2. Der Primärenergiebedarf einer Immobilie steht für seine zu erwartende jährliche CO2-Emmission.
Neubauten müssen im grünen Bereich liegen
Im gelben, orangen oder roten Bereich der Energieausweis-Skala bewegen sich nur Altbauten mit geringer energetischer Qualität. Entsprechend hohen Energieverbrauch muss ein Erwerber daher einrechnen oder gleich eine aufwändige Sanierung einplanen. Neubauten bewegen sich immer im „grünen Bereich“, da sie sonst nach aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) gar nicht zugelassen werden. Hier muss man also etwas genauer hinsehen:
Der End- und Primärenergiebedarf eines Hauses, das gerade noch den aktuellen EnEV-Kriterien gerecht wird, liegt zwischen 60 und 80 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m2a). Damit sollte sich ein Bauherr heute allerdings nicht mehr zufrieden geben. Ein mit rundum hochwertigem Wärmeschutz ausgestattetes Haus, das vermutlich die energetischen Vorschriften in 10 Jahren auch noch erfüllt, liegt deutlich unter den derzeitigen EnEV-Grenzen und hat einen End- und Primärenergiebedarf zwischen 20 und 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Diese Häuser können in Kombination mit einer Photovoltaikanlage schon heute mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen.
Südwest-Presse, KW 14, 2011

- Die farbige Skala ist das Kernstück des Energieausweises, der für jedes Wohnhaus vorgeschrieben ist.
Große Fensterflächen bieten nicht nur schöne Aussichten und schaffen helle Räume, sie können durch passive Sonnennutzung auch die Energiebilanz eines Bauwerks verbessern. Richtig angeordnet lassen große Glasflächen die tief stehenden Strahlen der Wintersonne ins Innere des Hauses und ihre „Wärmefracht“ in den Räumen abladen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Gesamtenergiedurchlass, der so genannte „g-Wert“. Er gibt an, wie viel Energie durch transparente Bauteile ins Gebäude gelangen kann. Damit die eingetragene Wärme im Haus bleibt, sollten hoch wärmegedämmte Fenster eingesetzt werden. Zeitgemäß sind heute hochwertige Dreifachverglasungen mit Spezialbeschichtungen, Schwergasfüllung und thermisch getrenntem Randverbund, die den immer noch zulässigen Zweifachverglasungen deutlich überlegen sind.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Schwäbische Zeitung, KW 13, 2011
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel, Architekt und Geschäftsführer Casa Nova
Die Sonne ist der größte und beständigste Energieversorger, der uns zur Verfügung steht. Solarkollektoren und Photovoltaikzellen zapfen diese nahezu unerschöpfliche Energiequelle an, Wärmepumpen nutzen sie indirekt. Sogar Holz, Erdöl und Erdgas sind letztlich „gespeicherte Sonnenenergie“.
Sonnenstrahlen tragen Wärme ins Haus
Neben der Umwandlung der Sonnenenergie in Wärme und Strom rückt heute auch ihre passive Nutzung im Haus stärker in den Fokus. Große Fensterflächen sind beliebt, denn helle lichte Räume und schöne Ausblicke in die Landschaft bedeuten einfach ein Stück Lebensqualität. Doch tragen die großen Lichteinlässe eines Gebäudes auch zu seiner Erwärmung und damit zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die Beheizung bei. Besonders die flach einfallenden Strahlen der tief stehenden Wintersonne können das Glas leicht passieren und ihre „Wärmefracht“ in den Räumen abladen. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat in einer Studie zum Einfluss verschiedener Sonnenschutzsysteme auf Energie und Raumtemperatur ermittelt, dass der Primärenergiebedarf für Heizung, Kühlung und Beleuchtung sich durch die passive Sonnennutzung um rund 40 Prozent senken lässt.
Große Glasflächen mit hohem Wärmeschutz
Eine wichtige Rolle spielt dabei der so genannte „g-Wert“. Er gibt an, wie viel Energie durch transparente Bauteile ins Gebäude gelangt und wird auch als „Gesamtenergiedurchlassgrad“ bezeichnet. Voraussetzung ist natürlich, dass die Wärmegewinne der Sonnenenergie nicht durch eine schlechte Dämmung der Fenster zunichte gemacht werden. Hochwertige Dreifachverglasungen mit Spezialbeschichtungen, Schwergasfüllung und thermisch getrenntem Randverbund sind heute eine zeitgemäße Lösung, die Wärmeverluste minimiert und zudem die Wohnqualität verbessert. Sie sind damit den immer noch zulässigen Zweifachverglasungen überlegen, deren günstigere Anschaffung mit höherem Energieverbrauch und einem Verlust an Wohnqualität zu bezahlen ist.
Sonnenschutz für angenehmes Klima zu jeder Jahreszeit
Im Winter ist die Wärmeeinstrahlung ins Haus erwünscht – im Sommer dagegen kann sie die Räume überhitzen. Dieser Effekt lässt sich zum einen durch eine gut geplante Fensteranordnung und zum anderen durch Sonnenschutzsysteme verringern. Fenster an der Südseite sind im Sommer relativ gut geschützt, da die Sonne von Ost nach West relativ steil übers Haus zieht. An der Ost- und Westseite des Gebäudes ist dagegen vor- bzw. nachmittags mit besonders starker Einstrahlung zu rechnen. Hier ist daher ein außen liegender Sonnenschutz in Form von Jalousien sinnvoll. Innenliegender Sonnenschutz wirkt nur bedingt, denn sobald die Strahlen das Glas passiert haben, ist ein Großteil der Wärme bereits im Raum gelandet. Besonders praktisch sind Sonnenschutzsysteme, die sich mit Zeitsteuerung und Wettersensoren automatisch an die Tageszeit und die aktuelle Wetterlage anpassen.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Südwest-Presse, KW 12, 2011
Mit Sonnenschutz kühlen Kopf bewahren
Sonneneinstrahlung durch große Fensterflächen ist im Winter erwünscht, im Sommer kann sie das Haus jedoch überhitzen. Fenster an der Südseite sind gut geschützt, da die Sonne im Sommer von Ost nach West relativ steil übers Haus zieht. An der Ost- und Westseite des Gebäudes ist dagegen vor- bzw. nachmittags mit starker Einstrahlung zu rechnen. Hier sind außen liegende Jalousien als Sonnenschutz zu empfehlen. Sie halten die Strahlen ab, bevor sie die Fensterverglasung passieren und ihre Energie ins Haus tragen können. Zudem lassen sie sich so regulieren, dass direkte Strahlung abgehalten wird und das Tageslicht die Räume dennoch angenehm erhellt. Innenliegende Sonnenschutzsysteme wie Vorhänge oder Raffstoren dienen eher dekorativen Zwecken und eignen sich kaum zum Kühlen. Besonders praktisch sind außen liegende Sonnenschutzsysteme, die sich mit Zeitsteuerung und Wettersensoren an Tageszeit und aktuelle Wetterlage anpassen.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Schwäbische Zeitung, KW 11, 2011
Sonneneinstrahlung durch große Fensterflächen ist im Winter erwünscht, im Sommer kann sie das Haus jedoch überhitzen. Fenster an der Südseite sind gut geschützt, da die Sonne im Sommer von Ost nach West relativ steil übers Haus zieht. An der Ost- und Westseite des Gebäudes ist dagegen vor- bzw. nachmittags mit starker Einstrahlung zu rechnen. Hier sind außen liegende Jalousien als Sonnenschutz zu empfehlen. Sie halten die Strahlen ab, bevor sie die Fensterverglasung passieren und ihre Energie ins Haus tragen können. Zudem lassen sie sich so regulieren, dass direkte Strahlung abgehalten wird und das Tageslicht die Räume dennoch angenehm erhellt. Innenliegende Sonnenschutzsysteme wie Vorhänge oder Raffstoren dienen eher dekorativen Zwecken und eignen sich kaum zum Kühlen. Besonders praktisch sind außen liegende Sonnenschutzsysteme, die sich mit Zeitsteuerung und Wettersensoren an Tageszeit und aktuelle Wetterlage anpassen.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Schwäbische Zeitung, KW 11, 2011
Bereits seit 2009 ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Zu unterscheiden ist der „Bedarfsausweis“ und der „Verbrauchsausweis“. Der Bedarfsausweis erfasst den Energiebedarf des Gebäudes, der sich rechnerisch aus dem Wärmeverlust der Gebäudehülle sowie der eingesetzten Heiztechnik, Warmwasserbereitung, Kühlung und Lüftung ergibt. Das Gütesiegel der Deutschen Energie-Agentur (dena) gibt es nur für Bedarfsausweise, die einem hohen Qualitätsstandard entsprechen müssen und nur von dena-zertifizierten Energieberatern ausgestellt werden dürfen.
Verbrauchsausweise sind nur im Bestandsbau zulässig und liefern wenig aussagekräftige Daten. Sie orientieren sich an tatsächlich gemessenen Verbräuchen. Die hängen aber nicht nur vom Gebäudezustand, sondern auch stark vom Verhalten der Bewohner und von klimatischen Bedingungen im Messzeitraum ab.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Schwäbische Zeitung, KW 9, 2011
Der sicherste Weg zu niedrigen Energiekosten ist eine rundum gute Gebäudedämmung. Sie minimiert Wärmeverluste, so dass die Heizanlage deutlich weniger zu tun hat und entsprechend kleiner geplant werden kann. Ein Massivbau mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) bietet hervorragende Dämmwerte bis hin zum Passivhausstandard. Die Dämmung packt das Gebäude lückenlos wie in einen warmen Mantel ein und vermeidet damit konsequent nahezu alle Wärmebrücken. Zudem verhindert diese Bauart die Schwächen eines stabilen einschaligen, hoch wärmedämmenden Mauerwerks. Dazu gehören typischerweise verlustreiche Wärmebrücken an den Übergängen zum Dach und zum Keller sowie an den Anschlüssen von Decken, Fenstern und Türen. Auch die Rissgefahr beim Außen- und Innenputz ist im Vergleich mit der einschaligen Bauweise minimal. Die hohe Wärmespeicherfähigkeit eines Wandaufbaus in Massivbauweise mit WDVS schafft überdies ein besonders angenehmes Raumklima im Haus.
- Massivbau mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) erreicht gute Dämmwerte bis zum Passivhausstandard,
- Wärmebrücken und die Gefahr der Rissbildung ist minimiert,
- Wärmespeicherung schafft gutes Raumklima zu jeder Jahreszeit.
Von Dipl.-Ing. Heinz Neudeck-Mützel
Schwäbische Zeitung, KW 7, 2011


