Eine zentrale Aufgabe der Gegenwart ist die weltweite Reduzierung des CO²-Ausstoßes, die Einsparung von Primärenergie.
Ergebnis dieser Erkenntnis ist die Energieeinsparverordnung (EnEV).


Die EnEV berechnet den mittleren, jährlichen Primärenergiebedarf¹, der durch die Nutzung eines Gebäudes entsteht – für Heizen, Lüften und Warmwasserbereitung. Sogar der Hilfsstrom für Pumpen und Regelung, der notwendig ist, um die Haustechnik zu betreiben, muss einkalkuliert werden. Für die energetische Qualität der Gebäudehülle sind Mindestanforderungen einzuhalten.

Für jedes Gebäude muss ein Energieausweis erstellt werden, der die wichtigsten Ergebnisse des EnEV-Nachweises zusammenfasst.

Berechnungsbeispiel EnEV 2014/2016

Ein modernes Einfamilienhaus, gebaut nach den Mindestanforderungen der EnEV 2014 (Referenzhaus)2  soll einen Heizwärmebedarf von 50 Kilowattstunden pro m² und Jahr [kWh/(m²a)] haben. Beim  Warmwasserbedarf geht man pauschal von 12,5 kWh/(m²a) aus.

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Eine Solaranlage reduziert den Wärmebedarf des Referenzhauses um: 7,5 kWh/(m²a). Die Wärmeverluste durch die Haustechnik erhöhen ihn um 2,9 kWh/(m²a). Der mittlere jährliche  Endenergiebedarf 3 des Referenzhauses beträgt in unserem Beispiel für Wärme 57,9 kWh/(m²a) plus 3,5
kWh/(m²a) für den notwendigen Hilfsstrom – zusammen 61,4 kWh/(m²a).
 
Auf diese Art wird der Endenergiebedarf Ihres Hauses (Pflichtangabe in Immobilienanzeigen) mit den von Ihnen gewählten Baumaterialien ermittelt und mit den Werten „Ihres“ Referenzhauses verglichen. Im Energieausweis werden beide Werte ausgewiesen.
 
Den maximal zulässigen Primärenergiebedarf erhält man durch Berücksichtigung der Bereitstellungsverluste 4 (hier: 2,8/5,8 kWh/(m²a)) des genutzten Energieträgers.
 
So ergibt sich ein Primärenergiebedarf für das Referenzhaus (EnEV 2014) von 70 kWh/(m²a)

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Zum 1.1.2016 trat eine weitere Verschärfung der EnEV in Kraft. Heute sind nur noch 75 % des so ermittelten Primärenergiebedarfs (hier: 52,5 kWh/(m²a)) erlaubt.
 
Die erhöhten Anforderungen bezüglich des Primärenergiebedarfs können durch eine Verbesserung der energetischen Qualität der Gebäudehüllen oder durch eine effektivere Haustechnik erfüllt werden.

¹) Energie, die von natürlichen, noch nicht verarbeiteten Energieträgern stammt (Erdöl, Erdgas, Kohle)
²) Beim EnEV-Nachweis wird der Energiebedarf Ihres Hauses mit vorgegebenen Referenzmaterialien (Wand, Fenster, Tür, Heizkessel…) berechnet, um die energetische Mindestqualität der Gebäudehülle sowie den maximal zulässigen Primärenergiebedarf zu ermitteln. Das geplante Gebäude wird mit dem Referenzhaus verglichen und muss hinsichtlich der energetischen Qualität der Gebäudehülle und des Primärenergiebedarfs mindestens so gut sein wie das Referenzhaus.
3) Energiemenge, die im Haus genutzt wird und vom Nutzer zu bezahlen ist.
4) Energiemenge, die durch vorgelagerte Prozessketten (Gewinnung,Umwandlung, Verteilung) des Energieträgers verloren geht. Das Referenzhaus wird mit Öl beheizt: (Primärenergiefaktor 1,1); Hilfsstrom zum Steuern und für Pumpen: (Primärenergiefaktor 1,8)